Im Jahr 1992 führte die damalige Europäische Gemeinschaft die Kennzeichnung des Energieverbrauches von Geräten ein. Das stetig wachsende Bewusstsein hinsichtlich des Umweltschutzes und eines sparsameren Umgangs mit Energie hatten dazu beigetragen, dass in ganz Europa das Bedürfnis nach einer einheitlichen Kennzeichnung von Produkten in Bezug auf ihren Energieverbrauch gestiegen war. Nun ist es an der Zeit gekommen, diese Maßnahmen zu überarbeiten. Rat und Europäisches Parlament haben Ende März eine entsprechende Einigung erzielt.

Die ursprüngliche Kennzeichnung
Die 1992 eingeführte Skala reichte von "G" für Geräte, die am meisten Energie benötigten, bis "A" für die sparsamsten Produkte. Damit wurden anfangs Geschirrspüler, Kühlschränke, Backöfen und andere Produkte gekennzeichnet; allmählich kamen weitere Elektrogeräte dazu.
Mit der Zeit wurde aber auch die Technik besser, was dazu führte, dass die einst mit "A" gekennzeichneten Geräte nicht mehr die sparsamsten Produkte auf dem Markt waren, was den Energieverbrauch betraf. Dieser Tatsache wurde mit der allmählichen Einführung anderer Labels Genüge getan: anfangs "A+", dann "A++" und schließlich "A+++".
Für Verbraucher noch irreführender war die Tatsache, dass all diese A-Energieeffizienzklassen mit grüner Farbe verbunden wurden. Die ursprüngliche Skala wollte nämlich auch chromatisch die Unterschiede zwischen Produkten betonen. Indem das energieeffizienteste Etikett grün gefärbt war, übernahmen die neuen A-Labels grüne Farbtone. Im Endeffekt sind die meisten 2017 in den Geschäften oder online-Shops zu findenden Elektrogeräte mit einem grünen Etikett verseht, worauf "A" bis "A+++" steht. Zwischen ihnen bestehen allerdings beträchtliche Unterschiede.

Die Einigung über eine neue Skala
Diese durchaus unübersichtliche Lage bewegte bereits vor ein paar Jahren die Europäische Kommission dazu, eine Neubestimmung der Skala zu empfehlen. Der entsprechende 2015 veröffentlichte Vorschlag wurde dem Europäischen Parlament und dem Rat vorgelegt, welche als EU-Gesetzgeber darüber zu entscheiden hatten. Nach mehreren Verhandlungsrunden haben sich die beiden Institutionen – im Rahmen des sogenannten Trilogverfahrens – kürzlich auf ein überarbeitetes Energieeffizienzlabel faktisch geeinigt. Die derzeitige Skala wird daher durch eine neue und nutzerfreundlichere Skala von "A" bis "G" ersetzt, was eine einfachere Erkennung von den am meisten energiesparenden Geräten ermöglichen soll. Gleichzeitig wird eine öffentliche Datenbank eingeführt, wo alle Geräte registriert werden sollen, welche die Konsumenten bei dem Vergleich der Energieeffizienz heranziehen können.

Sich ständig ändernde Werte
Um eine neue Festlegung der Skala durch die fortschreitende Technik zu verhindern, sollen die Grenzwerte künftig auf die neuen technischen Entwicklungen angepasst werden können. Dadurch wird man die übermäßige Vergabe höherer Effizienzklassen langfristig vermieden und gewährleisten, dass die mit "A" gekennzeichneten Geräte immer die sparsamsten auf dem Markt zu findenden Produkte sind. Nähere Details liegen aber noch nicht vor, da die Übereinkunft im Trilog noch von dem Rat und dem Europäischen Parlament offiziell gebilligt werden muss.

Anpassungszeit für Wirtschaft und Verbraucher
In der Folge wird es mit ziemlicher Sicherheit eine Übergangszeit von über ein Jahr geben, sodass sich Produzenten und Händler an das neue Label anpassen können. Dadurch soll auch ausgeschlossen werden, dass der Umstieg von einer Skala auf die andere noch größere Unklarheit und Irreführung unter Konsumenten verursacht.

 

Domenico Rosani

 

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