Die neue Kompetenzagenda der Europäische Kommission soll der europäischen Bevölkerung helfen, in einer von schnellem Wandel geprägten Weltwirtschaft, jene Kompetenzen zu erlangen, die in hohem Maße über unsere Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit entscheiden.
Rund 70 Millionen der europäischen Bevölkerung können nicht richtig lesen, schreiben und rechnen. Auch haben 40% der EU-Bevölkerung keine ausreichenden digitalen Kompetenzen, weswegen sie von Arbeitslosigkeit, Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Genauso gaben 40% der europäischen Arbeitgeber an, dass sie keine Arbeitskräfte finden, die über die benötigten Kompetenzen verfügen. Bis 2025 wird es beispielsweise in der Textilindustrie fünfmal mehr Stellenangebote für hochqualifizierte Angestellte geben als für Geringqualifizierte. Kompetenzen sind von zentraler Bedeutung für Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Deshalb ist eine optimale Nutzung des Humankapitals entscheidend für den zukünftigen Wohlstand Europas. Die Kompetenzagenda beinhaltet zehn Maßnahmen für die kommenden zwei Jahre. Einige dieser Vorschläge der Kommission sind bereits angelaufen:
  • Die Kompetenzgarantie soll gering qualifizierten Erwachsenen dabei helfen, ein Mindestniveau an Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen sowie digitalen Kompetenzen zu erreichen.
  • Der Europäische Qualifikationsrahmen wird überarbeitet, damit Qualifikationen verständlicher und vorhandene Fertigkeiten auf dem europäischen Arbeitsmarkt besser genutzt werden.
  • Schaffung der „Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze“, die es Akteuren aus den Mitgliedstaaten, dem Bildungswesen, dem Arbeitsmarkt und der Wirtschaft ermöglichen soll, gemeinsam ein großes Reservoir an IT-Fachkräften zu schaffen und dafür zu sorgen, dass die Arbeitskräfte in Europa über angemessene digitale Kompetenzen verfügen.
  • Die „Blaupause zur Branchenzusammenarbeit für Kompetenzen“ soll die Erfassung von Daten über Kompetenzen verbessern und dem Fachkräftemangel in spezifischen Wirtschaftszweigen entgegenwirken.

Im Laufe dieses und nächsten Jahres folgen weitere Maßnahmen:
  • Das „Instrument zur Erstellung von Kompetenzprofilen für Drittstaatsangehörige“ soll die frühzeitige Ermittlung und Erfassung der Kompetenzen und Qualifikationen von Asylbewerbern, Flüchtlingen und anderen Migranten fördern.
  • Durch die Überarbeitung des Europass-Rahmens soll es einfacher gestalten Kompetenzen zu präsentieren und nützliche aktuelle Informationen über den Kompetenzbedarf und dessen Entwicklung abzurufen.
  • Die Berufsausbildung soll zur „ersten Wahl“ werden; zu diesem Zweck sollen Lernende in der Berufsbildung mehr Möglichkeiten erhalten, um berufspraktische Erfahrungen am Arbeitsplatz zu sammeln.
  • Die Empfehlung zu Schlüsselkompetenzen. Im Zuge dieser Überarbeitung soll eine Einigung über eine Reihe von Schlüsselkompetenzen vorangetrieben werden, die die Menschen im 21. Jahrhundert zum Leben und Arbeiten benötigen.
  • Eine Initiative zur Nachverfolgung des Werdegangs von Hochschulabsolventinnen und absolventen soll die Datenlage über deren Vorankommen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

Es wird ein Vorschlag vorgelegt, um die Abwanderung qualifizierter Fachkräfte („Brain Drain“) eingehender zu analysieren und bewährte Vorgehensweisen bei der Eindämmung dieses Phänomens auszutauschen.Diese Maßnahmen der neuen Kompetenzagenda sollen dafür sorgen, dass die Menschen in Europa die richtige Ausbildung, die richtigen Kompetenzen und die richtige Unterstützung erhalten. Vorhandene Kompetenzen sollen besser genutzt werden und notwendige Kompetenzen vermittelt werden, um den Menschen zu helfen, qualitative Arbeitsplätze zu finden und ihre Aussichten zu verbessern.

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