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Das Konzept der Kreislaufwirtschaft (engl. circular economy) sieht vor, dass der Wert von Produkte und Stoffe so lange wie möglich erhalten bleibt; Abfälle und Ressourcenverbrauch werden auf ein Mindestmaß beschränkt und die Ressourcen bleiben in der Wirtschaft, auch nachdem ein Produkt sein Lebensende erreicht hat. Am Ende der Nutzungsdauer werden Produkte recycelt und die Sekundärrohstoffe wiederverwertet, um weiterhin Wertschöpfung zu generieren.

Die seit Jahren andauernde Wirtschaftskrise, der Rückgang des Wirtschaftswachstums, die Ressourcenknappheit und die damit einhergehenden Preisschwankungen für Rohstoffe auf dem Weltmarkt, tragen zur aktuell instabilen Wirtschaftslage bei. Hinzu kommen die schädlichen Einflüsse unseres Produktions- und Konsumsystems auf die Umwelt, dem Wasser und das Klima, was sich im stetig fortschreitenden Klimawandel erkennen lässt. Dies sind die Auswirkungen des jahrelangen Fehlverhaltens in unserem Konsum- und Wirtschaftssystem.

Zur Sicherstellung eines nachhaltigen Wachstums in der EU, müssen Ressourcen intelligenter und nachhaltiger genutzt werden. Es ist offensichtlich, dass das lineare Modell des Wirtschaftswachstums, für die Erfordernisse der heutigen modernen Gesellschaft in einer globalisierten Welt nicht mehr geeignet ist.

 

Vom linearen Wirtschaftsmodell zur Kreislaufwirtschaft

Das lineare Wirtschaftsmodell sieht einen durchgehenden Prozess, von der Gewinnung natürlicher Ressourcen, der Verarbeitung der Rohstoffe, anschließender Benutzung der Güter, bis hin zur Ablagerung der Gegenstände als Abfall, vor. Dieses Modell führt zu einer großen Müllproduktion und zugleich zu einem hohen Materialverlust, was wiederum zur weltweiten Ressourcenknappheit beiträgt. Viele natürliche Ressourcen sind begrenzt, deshalb muss ein ökologisch und ökonomisch nachhaltiger Weg gefunden werden, um sie zu nutzen.

Eine mögliche Antwort auf die Auswirkungen des linearen Wirtschaftssystems ist die Änderung des Produktions- und Konsumverhaltens in Richtung einer Kreislaufwirtschaft. Dabei werden Produkte, Stoffe und Ressourcen so lang wie möglich innerhalb des Wirtschaftskreislaufes aufrechterhalten, mit dem Ziel, so wenig Abfall wie möglich zu generieren und dadurch einen nachhaltigen und positiven Einfluss auf unsere Umwelt auszuüben.

Auf diese Weise werden Ressourcenknappheit und Preisschwankungen eingedämmt und Unternehmen können sich auf die Entwicklung neuer Geschäftsmöglichkeiten und auf innovative und effiziente Produktions- und Verbrauchsmuster konzentrieren. Dies trägt zur Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen bei und führt zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Gleichzeitig wird Energie gespart und weniger Abfall erzeugt. Somit werden irreversible Schäden an der Natur vermieden, da Ressourcen – bezogen auf Klima, Biodiversität, Luft, Boden und Gewässer, schneller verunreinigt und aufgebraucht werden, als dass die Erde sie regenerieren kann.