In der Europäischen Union wurde im Jahr 2020 bei 2,7 Millionen Menschen Krebs diagnostiziert, und 1,3 Millionen Menschen sind dieser Krankheit erlegen. Krebs führt nicht nur zu großen körperlichen Schmerzen und schwerem seelischen Leid bei den Erkrankten und ihrem Umfeld, sondern er bedeutet auch eine enorme Belastung für die Gesundheitssysteme, die Wirtschaft und die Gesellschaft insgesamt. Die gesamten wirtschaftlichen Folgekosten von Krebs werden in Europa auf mehr als 100 Mrd. Euro pro Jahr geschätzt. Bis 2035 dürfte die Zahl der Krebsfälle um 25 % ansteigen, sodass Krebs zur häufigsten Todesursache in der EU wird. Diese Zahlen machen deutlich, dass die EU durch konkrete politische Maßnahmen mehr gegen den Krebs tun muss.

Der letzte europäische Aktionsplan zur Krebsbekämpfung stammt jedoch von Anfang der 1990er Jahre. Im Bereich der Krebsprävention und -bekämpfung gab es seither die Initiative der Europäischen Kommission zum Brustkrebs (ECIBC- European Commission Initiative on Breast Cancer) und das Europäische Krebsinformationssystem (ECIS- European Cancer Information System), die beide von der Gemeinsamen Forschungsstelle koordiniert werden. Das Gesundheitsprogramm hat auch zu gemeinsamen Maßnahmen im Rahmen der Europäischen Partnerschaft für Maßnahmen zur Krebsbekämpfung beigetragen.

Die Europäische Kommission hat deshalb im Februar einen neuen europäischen Plan zur Krebsbekämpfung vorgestellt. Der Plan enthält ein neues Konzept für die Krebsprävention, -behandlung und -versorgung durch bestmögliche Nutzung des Potenzials neuer Technologien. Dieser Plan umfasst konkrete Maßnahmen zur Unterstützung und Ergänzung der Bemühungen der Mitgliedstaaten zur Verringerung des durch Krebs verursachten Leidens.

Der EU-Ansatz umfasst Ziele in verschiedenen Bereichen:

  • Eine tabakfreie Generation: bis 2040 soll sichergestellt werden, dass weniger als 5% der Bevölkerung Tabak konsumieren;
  • Reduzierung des schädlichen Alkoholkonsums in Übereinstimmung mit den Zielen der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (relative Reduzierung des schädlichen Alkoholkonsums um mindestens 10 % bis 2025) und Verringerung der Exposition junger Menschen gegenüber Alkoholmarketing;
  • Verringerung der Umweltverschmutzung durch Angleichung der EU-Luftqualitätsstandards an die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation und Verringerung der Belastung durch krebserregende Stoffe und Strahlung;
  • Verbesserung des Wissens und der Gesundheitskompetenz zur Förderung eines gesünderen Lebensstils.

In den kommenden Jahren wird der Schwerpunkt des Plans auf Forschung und Innovation liegen und er wird das Potenzial von Digitalisierung und neuen Technologien weiter ausloten. Der Plan gegen den Krebs wird Finanzierungsinstrumente für die Unterstützung der Mitgliedstaaten mobilisieren. Mit seinen strategischen Zielen, die von zehn Leitinitiativen und zahlreichen unterstützenden Maßnahmen getragen werden, soll der Plan gegen den Krebs den Mitgliedstaaten dabei helfen, das Blatt im Kampf gegen den Krebs zu wenden.

Die 10 Leitinitiativen sollen einen umfassenden Ansatz gewährleisten und sind die folgenden

  • Wissenszentrum über Krebs,
  • Europäische Initiative zur Krebsbildgebung,
  • Eliminierung von Krebserkrankungen, die durch das humane Papillomavirus verursacht warden,
  • EU-Krebsfrüherkennungsprogramm,
  • EU-Netzwerk der Nationalen Krebszentren (National Comprehensive Cancer Centres),
  • Krebsdiagnostik und -behandlung für alle,
  • Europäische Initiative zum Verständnis von Krebs,
  • Initiative für ein besseres Leben für Krebspatienten,
  • Krebs-Ungleichheits-Register,
  • Initiative Hilfe für krebskranke Kinder.

Europas Plan gegen den Krebs wird sich aller verfügbaren Finanzierungsinstrumente bedienen, wobei insgesamt 4 Mrd. Euro für den Kampf gegen den Krebs vorgesehen sind. Dazu gehört ein erheblicher Teil des neuen Programms EU4Health, aus dem 1,25 Mrd. Euro für die Unterstützung der Krebsbekämpfung verwendet werden.

Darüber hinaus könnten aus dem neuen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont Europa insgesamt 2 Mrd. Euro für die vorgeschlagene Mission „Krebs“ und andere krebsbezogene Forschungsprojekte bereitgestellt werden, während aus Erasmus+, dem Europäische Technologieinstitut und den Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen bis zu 500 Mio. Euro in Projekte der krebsbezogenen allgemeinen und beruflichen Bildung und Forschung fließen könnten. Im Mittelpunkt des Programms „Digitales Europa“ stehen digitale Investitionen, elektronische Daten und digitale Kompetenzen, wobei bis zu 250 Mio. Euro zur Förderung von Projekten im Zusammenhang mit Krebs vorgesehen sind.


Giulia firma web 

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