Diesen Sommer hätte eigentlich die Jubiläumsausgabe der Alpeuregio Summer School in Brüssel stattfinden sollen. Schon zum zehnten Mal wird dieses Leuchtturmprojekt vom gemeinsamen Vertretungsbüro des Landes Tirol, der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol und der Autonomen Provinz Trient in Brüssel organisiert wird. Hier haben junge Menschen aus der Europaregion die Chance, vor Ort hinter die Kulissen der Europäischen Union zu blicken und einige ihrer bekanntesten Vertreter persönlich kennenzulernen. Aufgrund der Pandemie war es dieses Jahr nicht möglich, die Veranstaltung wie gewohnt im Sommer in Brüssel abzuhalten und deshalb wurde das Konzept umfassend abgeändert. So wurde aus der Alpeuregio Summer School kurzerhand die Alpeuregio Brussels School. Neues Format, aber mit der gleichen Zielsetzung: Den jungen Menschen die EU näher zu bringen.

Um dies auch in den Zeiten des Lockdowns und der Abstandsregeln möglich zu machen, wurden einige Aspekte des Projekts grundlegend abgewandelt. Allen voran: Die Brussels School findet online statt. Bei der diesjährigen Ausgabe handelt es sich um ein interdisziplinäre Angebot der Universität Innsbruck, das zudem auch für Studierende der Freien Universität Bozen und der Universität Trient sowie Erasmus-Studierende aller drei Universitäten zugänglich war. Aus den BewerberInnen wurden dann die 36 geeignetsten KandidatInnen für das Seminar ausgesucht. Unter dem Titel „Leaders and Agenda Setters in the European Union” wird den Studierenden in wöchentlich stattfindenden Online-Seminaren seit Anfang Oktober und noch bis Februar 2021 das Zusammenspiel der verschiedenen EU-Institutionen und Interessensgruppen der EU praxisorientiert nähergebracht. Durch dieses Projekt bekommen die Studierenden einen Einblick hinter die Kulissen der hochrangigen Akteure der EU-Institutionen: von der Kommission, über das Parlament, bis hin zu den Medien oder anderen Interessensgruppen. Die Themen reichen von der Geschichte der europäischen Integration, der Organisation, Funktionsweise und den Entscheidungsprozessen der europäischen Institutionen über die großen Politikfelder der Europäischen Union bis hin zum Lobbyismus. Dadurch sollen sie besser verstehen, wie die Entscheidungsfindungs- und Politikgestaltungsprozesse in Brüssel vor sich gehen sowie zeitgleich auch Einblicke in die Karrieremöglichkeiten der Europäischen Union erhalten. Die Seminare werden in englischer Sprache abgehalten und die Studierenden werden mit 5 ECTS-Punkten für ihre Arbeit belohnt.

Doch wie laufen die Seminare ab? Moderiert und geleitet werden die Seminare von Michael Wolf der Tiroler Vertretung bei der Europäischen Union. Nach zwei einleitenden Vorlesungen, in denen den Studierenden das Basiswissen über die Europäische Union vermittelt wurde, startete die Alpeuregio Brussels School offiziell mit den Eröffnungsreden der Direktoren der Außenämter von Tirol, Südtirol und Trient: Simon Lochmann, Vesna Caminades und Paola Pompermaier. Dann lag es dann an den Studenten selbst, die Seminare aktiv zu gestalten. Jede Woche werden zwei Moderatoren ausgewählt, die sich genauer mit einem aktuellen Thema befassen, die Gäste der Woche vorstellen und die Diskussion der TeilnehmerInnen leiten. Als Vortragende wurden, durch die guten Kontakte der Europaregion, hochrangige AmtsträgerInnen und Führungskräfte der EU-Institutionen eingeladen. Im Detail hatten die Studierenden bisher die Chance, sich mit folgenden Persönlichkeiten auszutauschen:

• Andreas Maurer, Jean-Monnet-Vorsitzender und Professor für Europäische Integration an der Universität Innsbruck
• Anne-Claire Gathoye, Europäisches Amt für Personalaufnahme (EPSO)
• Elisabeth Werner, Stellvertretende Generaldirektorin der Generaldirektion Mobilität und Verkehr der Europäische Kommission, Koordinierung der Direktionen für Landverkehr (DG MOVE)
• Wolfgang Burtscher, Generaldirektor der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der Europäischen Kommission (DG AGRI)
• Joanna Drake, Stellvertretende Generaldirektorin der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission (DG ENVE)
• Barbara Thaler und Herbert Dorfmann, Mitglieder des Europäischen Parlaments
• Nicola De Michelis, Direktor für Politik der Generaldirektion für regionale und städtische Entwicklung der Europäischen Kommission (DG REGIO)

Weitere hochrangige Persönlichkeiten, unter anderem Kommissare der Europäischen Kommission, werden in den nächsten Wochen und Monaten den Studierenden Einblick in ihre Arbeit und die Europäische Union selbst geben. Wie die Zukunft der Alpeuregio Summer School, beziehungsweise der Brussels School, aussieht, ist im Moment noch unklar: Abhängig von den weiteren Entwicklungen der Pandemie wird man entscheiden, ob die nächste Ausgabe vor Ort in Brüssel, online über das Portal der Universität Innsbruck oder sogar in beiden Varianten angeboten werden kann.

 

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