Die neue Biodiversitätsstrategie 2030 ist ein umfassender, systemischer und ehrgeiziger langfristiger Plan zum Schutz der Natur und zur Umkehr der Verschlechterung der Ökosysteme. Sie stellt eine wichtige Stütze des europäischen Grünen Deals und der Führungsrolle der EU bei internationalen Maßnahmen für globale öffentliche Güter und Ziele für nachhaltige Entwicklung dar.

Mit dem Ziel, dass sich die biologische Vielfalt in Europa bis 2030 erholt, werden in der Strategie neue Wege zur wirksameren Umsetzung der bestehenden Rechtsvorschriften, neue Verpflichtungen, Maßnahmen, Ziele und Governance-Mechanismen aufgezeigt. Diese umfassen Folgendes:

  • Umwandlung von mindestens 30 % der europäischen Land- und Meeresgebiete in wirksam bewirtschaftete Schutzgebiete. Ziel ist es, auf den bestehenden Natura-2000-Gebieten[1] aufzubauen und sie durch nationale Schutzgebiete zu ergänzen, wobei ein strenger Schutz von Gebieten mit sehr hohem Biodiversitäts- und Klimawert sichergestellt werden muss;
  • Wiederherstellung geschädigter und in einem schlechten Zustand befindlicher Ökosysteme in der gesamten EU sowie Verringerung des Drucks auf die biologische Vielfalt.
  • Ermöglichung eines tief greifenden Wandels. Mit der Strategie wird ein neuer Prozess zur Verbesserung der Governance im Bereich der Biodiversität angestoßen, mit dem sichergestellt wird, dass die Mitgliedstaaten die Verpflichtungen aus der Strategie in ihre nationale Politik integrieren. Die Strategie zielt darauf ab, Systeme für die Besteuerung und Bepreisung zu fördern, um die tatsächlichen Umweltkosten, einschließlich der Kosten des Biodiversitätsverlusts, besser widerzuspiegeln und sicherzustellen, dass die biologische Vielfalt wirklich in die öffentlichen und wirtschaftlichen Entscheidungsprozesse einbezogen wird.

Die Kommission schlägt auch vor, dass 10% der landwirtschaftlichen Flächen aus „Landschaftselementen mit großer biologischer Vielfalt“ bestehen sollten, beispielsweise in Form von Hecken oder Blühstreifen, und dass die Umweltauswirkungen des Agrarsektors bis 2030 erheblich verringert werden sollten. Nach der Meinung der Kommission, sollte ein Viertel der landwirtschaftlichen Flächen bis 2030 ökologisch/biologisch bewirtschaftet werden, und sollten die Verwendung und das Risiko chemischer Pestizide sowie der Einsatz hochriskanter/gefährlicher Pestizide um 50% verringert werden.

Die Strategie wird erhebliche Investitionen erfordern. Mindestens 20 Mrd. Euro pro Jahr sollten für Ausgaben zugunsten der Natur freigegeben werden, insbesondere für die Wiederherstellung von Ökosystemen sowie für Investitionen in das Natura-2000-Netz und in grüne und blaue Infrastruktur in den EU-Mitgliedstaaten. Da die Wiederherstellung der Natur einen wesentlichen Beitrag zu den Klimazielen leisten wird, soll ein erheblicher Teil der für den Klimaschutz vorgesehenen 25% des EU-Haushalts in den Schutz der biologischen Vielfalt und in naturbasierte Lösungen investiert werden.

Im Rahmen von InvestEU wird eine spezielle Initiative für Naturkapital und Kreislaufwirtschaft ins Leben gerufen, mit der in den nächsten zehn Jahren auf der Grundlage einer öffentlichen/privaten Mischfinanzierung Mittel im Umfang von mindestens 10 Mrd. Euro mobilisiert werden sollen. Natur und biologische Vielfalt werden auch eine Priorität des Investitionsplans für den europäischen Grünen Deal sein.

[1] Das Netz „Natura 2000“ ist ein zentrales Element der EU-Strategie zur Eindämmung des Verlusts an biologischer Vielfalt. Das Netz umfasst Tausende Gebiete in der gesamten EU, in denen natürliche Lebensräume und Arten geschützt werden.

Giulia firma web 

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