In ihrer Mitteilung vom 11. Dezember 2019 stellte die Europäische Kommission einen europäischen Grünen Deal für die EU und deren Bürgerinnen und Bürger vor, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu verwirklichen. Auf den Verkehr entfällt ein Viertel der Treibhausgasemissionen in der EU, sodass der Sektor bei der Erreichung dieses Ziels eine entscheidende Rolle spielen wird. Die verkehrsbedingten Emissionen sollen daher bis 2050 um 90 % reduziert werden.


Im Rahmen des europäischen Grünen Deals arbeitet die Kommission derzeit an einer Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität, die der Emissionsminderung bei allen Verkehrsträgern gewidmet ist. Vorrangig sollte ein wesentlicher Teil der 75 % Inlandsfracht, die derzeit auf der Straße befördert wird, auf Schiene und Binnenwasserstraßen verlagert werden.
Als einer unserer nachhaltigsten und sichersten Verkehrsträger wird die Bahn eine wichtige Rolle im europäischen Mobilitätssystem der Zukunft spielen. Sie ist nicht nur umweltfreundlich und energieeffizient, sondern auch der einzige Verkehrsträger, der seine CO2-Emissionen seit 1990 fast ununterbrochen senken konnte, während das Beförderungsvolumen gleichzeitig zunahm. Die Eisenbahn verbindet EU-weit Menschen, Regionen und Unternehmen. Darüber hinaus ist sie ein Beleg für das technische Know-how in Europa und Teil unseres kulturellen Erbes.
Das Europäische Jahr der Schiene wird zu einer rascheren Modernisierung der Eisenbahn beitragen. Dies ist notwendig, um die Bahn als Alternative zu weniger nachhaltigen Verkehrsträgern attraktiver zu machen.
2021 wird das erste Jahr sein, in dem die im Rahmen des vierten Eisenbahnpakets beschlossenen Vorschriften in der gesamten EU umgesetzt werden. Auch stehen 2021 für die Eisenbahn eine Reihe wichtiger Jubiläen an: 20. Jahrestag seit Verabschiedung des ersten Eisenbahnpakets, 175-jähriges Bestehen der ersten Eisenbahnverbindung zwischen zwei EU-Hauptstädten (Paris-Brüssel) sowie 40 Jahre TGV und 30 Jahre ICE. Laut der Deutschen Verkehrszeitung will die Europäische Kommission rund 8 Mio. EUR für das „Jahr der Schiene“ ausgeben. Damit sollen Initiativen und Veranstaltungen finanziert werden, mit denen die Bahn in den Blickpunkt öffentlicher Debatten gerückt wird, und es sollen Bemühungen unterstützt werden, mehr Güter und Personen mit der Bahn zu transportieren, auch um das Klima zu schützen. Auch Ausstellungen, Bildungsveranstaltungen und Informationskampagnen sind geplant, die Reisende und Transporteure zur stärkeren Nutzung der Bahn motivieren sollen. Ferner gehören Studien und der Erfahrungsaustausch zwischen europäischen Unternehmen und Behörden auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zum geplanten Programm.
Auch das internationale Kunstfestival Europalia ( EN - Link auf Deutsch noch nicht verfügbar) hat die Eisenbahn bereits zu seinem Thema für das Jahr 2021 auserkoren und wird aktiv zu den vielfältigen Aktivitäten beitragen, die während des Europäischen Jahres der Schiene stattfinden werden.
Die Kommission hat aus all diesen Gründen am 04.03.2020 vorgeschlagen, 2021 zum Europäischen Jahr der Schiene zu erklären. Der Vorschlag der Kommission muss nun vom Europäischen Parlament und vom Rat angenommen werden.

Marco Vento

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