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Die Europäische Kommission hat am 8. Oktober die zweite Ausgabe ihres Städtevergleichs „Kultur und Kreativität“ veröffentlicht – ein Instrument, mit dem das kreative und kulturelle Potenzial europäischer Städte, das für Wirtschaftswachstum und sozialen Zusammenhalt von entscheidender Bedeutung ist, gemessen und gefördert werden soll.

Nach dem Erfolg der ersten Ausgabe von 2017 präsentiert die Version von 2019 in einer erweiterten Auswahl von 190 Städten in 30 Ländern, darunter Norwegen und die Schweiz, ein aktualisiertes Bild der reichen Kultur- und Kreativwirtschaft in Europa. Der Städtevergleich wurde von der Gemeinsamen Forschungsstelle‚ dem wissenschaftlichen Dienst der Kommission, entwickelt und wird von einem neuen Online-Tool begleitet, über das die Städte ihre eigenen Daten einfügen können, was eine eingehendere Erfassung und Bewertung ermöglicht.

Der im Juli 2017 lancierte Städtevergleich „Kultur und Kreativität“ verwendet quantitative und qualitative Informationen zur Messung des kulturellen und kreativen Potenzials von Städten. Die quantitativen Informationen in diesem Vergleich werden in 29 einzelnen Indikatoren für neun politische Dimensionen erfasst, die drei wichtige Aspekte der kulturellen und sozioökonomischen Dynamik einer Stadt widerspiegeln:
- „Kulturelle Dynamik“ bezeichnet den kulturellen „Puls“ der Stadt im Hinblick auf die kulturelle Infrastruktur und die Teilhabe an der Kultur.
- „Kreativwirtschaft“ bezeichnet das Ausmaß, in dem die Kultur- und Kreativwirtschaft zur Wirtschaft einer Stadt in Bezug auf Beschäftigung und Innovation beiträgt.
- „Kulturumfeld“ bezeichnet die materiellen und immateriellen Werte, die eine Stadt für kreative Talente attraktiv machen und kulturelles Engagement begünstigen.
Als Ergebnis einer Stadt wird das gewichtete Mittel aus den Ergebnissen in den Teilindizes kulturelle Dynamik (40 %), Kreativwirtschaft (40 %) und Kulturumfeld (20 %) ermittelt. Die Gewichtungen wurden von einer Gruppe aus 15 Fachleuten ausgearbeitet, die über internationale Erfahrung in Politikgestaltung oder Forschung in den Bereichen Kultur, Kreativität und Stadtentwicklung verfügen. Die Daten stammen aus acht Quellen: dem Städteaudit und den Regionalstatistiken (Eurostat), einer Eurobarometer-Umfrage über die Lebensqualität in Städten, der Generaldirektion Regionalpolitik und Stadtentwicklung der Europäischen Kommission, Hochschulrankings, dem Europäischen Hochschulregister, TripAdvisor und OpenStreetMap.

Wie wurden die Städte ausgewählt?
190 Städte wurden auf der Grundlage von drei messbaren und vergleichbaren Kriterien ausgewählt, die auf einen breit gefächerten und vielfältigen Pool von Städten in ganz Europa einheitlich anwendbar sind:
- 98 Städte, die Kulturhauptstädte Europas sind oder dies vor 2019 waren oder bis 2023 noch werden;
- 33 „Creative Cities“ der UNESCO (einschließlich des Preisträgers 2017), wobei Überschneidungen mit den „Kulturhauptstädten Europas“ nicht gezählt werden;
- 59 Städte, die bis 2018 (bei alle zwei Jahre stattfindenden Festivals bis 2017) regelmäßig zwei internationale Kulturfestivals ausgerichtet haben.
Grundsätzlich wird bei dem Städtevergleich ein inklusiver Ansatz verfolgt: Jede Stadt hat damit die Möglichkeit, ihre Leistung in Bezug auf Kultur und Kreativität zu messen. Die drei Auswahlkriterien wurden aus pragmatischen Gründen zur Zusammenstellung der ersten Auswahl festgelegt – auf der Online-Plattform können Nutzer neue Daten eingeben oder die Gewichtung der Dimensionen und Teilindizes zur Anpassung an lokale Prioritäten ändern.