Bevor die neue Kommission, die Exekutive der EU, ihre Arbeit aufnehmen kann, veranstaltet das Parlament öffentliche Anhörungen, um die Eignung der Kandidaten für die Kommission zu bewerten.
Im Juli wählten die Mitglieder des Europäischen Parlaments Ursula von der Leyen zur nächsten Präsidentin der Kommission. Sie kann nun offiziell mit der Auswahl ihrer Kommissare für die kommenden fünf Jahre beginnen. Die neue EU-Kommission soll einschließlich von der Leyen 27 Mitglieder haben. Großbritannien verzichtet auf eine Nominierung, da es die EU am 31. Oktober verlassen will.


Ende September bzw. Anfang Oktober werden sie die Kompetenzen und Fähigkeiten des von ihr vorgeschlagenen Teams der Kommissionsmitglieder prüfen, das sie auf der Grundlage der Kandidatenvorschläge der Mitgliedstaaten zusammengestellt hat. Bislang haben fast alle europäischen Hauptstädte einen oder mehrere Namen auf den Tisch gelegt. Noch nicht bekannt ist nur der Bewerber aus Italien
Sobald der Rat die endgültige Liste der designierten Kommissionsmitglieder gebilligt hat, stellt die künftige Präsidentin der Kommission ihr neues Team – das Kollegium der Kommissionsmitglieder – sowie die Verteilung der Zuständigkeiten vor.
Bevor die neuen Kommissionsmitglieder ihr Amt antreten können, führt das Parlament Anhörungen der vorgeschlagenen Kandidaten durch, um zu prüfen, ob ihre Kompetenzen und Qualifikationen zu den für sie vorgeschlagenen Zuständigkeiten passen.
Alle Kandidaten werden zu einer jeweils dreistündigen und live im Internet übertragenen Anhörung vor dem parlamentarischen Ausschuss eingeladen, der für das ihnen zugewiesene Themengebiet zuständig ist. Wenn mehrere Ausschüsse zuständig sind, führen sie die Anhörung gemeinsam durch.
Nach der Anhörung bewerten die zuständigen Ausschüsse die Kompetenzen der jeweiligen Kandidaten. Die Konferenz der Präsidenten, der die Vorsitzenden der Fraktionen und der Präsident des Europäischen Parlaments angehören, schließt diese Bewertung anschließend ab.
Manchmal kann es dazu kommen, dass eine Kandidatur aufgrund einer Anhörung zurückgezogen wird oder die Zuständigkeiten geändert werden. So zog Alenka Bratušek (die als Kommissionsmitglied für den Bereich Energie vorgeschlagen wurde) im Jahr 2014 nach einer negativen Bewertung durch die Ausschüsse für Energie und Umweltfragen des Parlaments ihre Kandidatur zurück.
Sobald alle Anhörungen abgeschlossen wurden, muss das Parlament das gesamte Kollegium der Kommissionsmitglieder bestätigen, bevor es seine Arbeit aufnehmen kann.

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