Jedes Jahr werden in Europa Tausende Hektar Wald durch verheerende Waldbrände vernichtet. Wenngleich die südeuropäischen Länder einem höheren Risiko ausgesetzt sind, ist kein europäisches Land wirklich sicher. Wenn ein Waldbrand zu groß wird, als dass ein Land ihn allein löschen könnte, kann auf Anfrage das Katastrophenschutzverfahren der Europäischen Union aktiviert werden, um eine koordinierte Abwehr zu gewährleisten.
Reichen nationale Kapazitäten zur Waldbrandbekämpfung nicht aus, zeigen sich andere EU-Länder oft solidarisch, indem sie Unterstützung in Form von Löschflugzeugen, Löschhubschraubern, Löschgerät und Feuerwehrpersonal leisten. Hierfür gibt es auf europäischer Ebene ein strukturiertes Verfahren.


Im Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen (Emergency Response Coordination Centre – ERCC) der Europäischen Kommission laufen in Notfällen alle Fäden zusammen.
Nach der Aktivierung des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union durch ein betroffenes Land koordiniert das ERCC die Unterstützung auf europäischer Ebene und stellt effiziente und wirksame Hilfe sicher.
Auf diese Weise unterstützt und kofinanziert die Europäische Kommission Hilfe für das betroffene Gebiet.

Vorbereitungs- und Überwachungsmaßnahmen für die Waldbrandsaison 2019
Die Europäische Kommission verstärkt ihre Überwachungs- und Koordinierungskapazitäten in Vorbereitung auf die Waldbrandsaison.

- Im Sommer wird das rund um die Uhr besetzte ERCC durch ein Team von nationalen Expertinnen und Experten auf dem Gebiet der Waldbrandbekämpfung weiter verstärkt.
- Nationale und europäische Überwachungsdienste und -instrumente wie das Europäische Waldbrandinformationssystem (European Forest Fire Information System – EFFIS) bieten einen Überblick über die Daten, die europäische Länder im Rahmen ihrer nationalen Programme zur Waldbrandbekämpfung erheben.
- Vor Beginn der Waldbrandsaison finden regelmäßige Treffen mit den am EU-Katastrophenschutzverfahren beteiligten Staaten statt, um Informationen über den Stand der Vorbereitungen auszutauschen.
- Für die Kartierung von Waldbränden wird das Copernicus-Satellitensystem der EU genutzt.
- In den vergangenen Monaten wurden mehrere Feldübungen zu Waldbränden durchgeführt. Dazu gehörten die MODEX-Feldübungen für den Katastrophenschutz bei Waldbränden mit Fachleuten und Rettungsteams aus verschiedenen EU-Ländern sowie Planübungen.
- Zudem werden regelmäßige Treffen mit den am EU-Katastrophenschutzverfahren beteiligten Staaten vor und während der Waldbrandsaison organisiert. So können Informationen über den Stand der Vorbereitungen und die Brandgefahr ausgetauscht werden. Schließlich werden jeden Sommer Expertinnen und Experten aus den am EU-Katastrophenschutzverfahren beteiligten Staaten in das ERCC entsandt.

Im März 2019 hat die EU auch ihr Katastrophenrisikomanagement ausgeweitet, um Bürgerinnen und Bürger besser vor Katastrophen zu schützen. Mit dem verbesserten EU-Katastrophenschutzverfahren wird eine neue europäische Kapazitätsreserve (unter der Bezeichnung rescEU) eingerichtet, die fürs Erste Löschflugzeuge und Löschhubschrauber umfasst. Durch rescEU stärkt die Kommission die kollektive Fähigkeit der Union im Bereich der Katastrophenprävention, -bereitschaft und -bewältigung bei unsere Gemeinschaften betreffenden Katastrophen.

Um sicherzustellen, dass Europa auf die Waldbrandsaison vorbereitet ist, sehen die neuen Rechtsvorschriften eine Übergangsphase vor, in der die beteiligten Staaten im Gegenzug für die Bereitstellung ihrer Kapazitäten für die EU-Brandbekämpfung finanzielle Unterstützung erhalten können. Langfristig sollen weitere Kapazitäten und Ressourcen geschaffen und die Reserve rescEU weiter ausgebaut werden.

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Hier finden Sie die Liste der veröffentlichten EU Update.

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