Der europäische Binnenmarkt ist der größte barrierefreie Raum der Welt, er umfasst mehr als 500 Millionen Bürger und deckt ein Bruttoinlandsprodukt von rund 13 Billionen Euro ab. Es ist eine der wichtigsten Errungenschaften der Europäischen Union und gewährleistet seit 1993 eine größere Auswahl an Produkten zu niedrigeren Preisen und mehr Arbeitsplätzen. Jedoch, haben sich seit der Errichtung des Binnenmarktes die europäischen und internationalen Märkte stark verändert.


In jüngster Zeit hat die Digitalisierung die Produktionsmethoden und die Arbeit selbst modifiziert. Darüber hinaus haben die digitalen Vertriebskanäle die Gewohnheiten von Unternehmen und Verbrauchern verändert. Als Reaktion auf diese digitale Revolution hat die Europäische Kommission im Jahr 2015 die Strategie für den digitalen Binnenmarkt ins Leben gerufen. Ziel dieser Strategie ist es, einen freien und sicheren digitalen Binnenmarkt zu schaffen, in dem Einzelpersonen grenzüberschreitend online einkaufen und Unternehmen in der gesamten EU online verkaufen können.

Ein digitaler Binnenmarkt erfordert die Verbesserung der Bedingungen für den elektronischen Geschäftsverkehr, die Klärung des Urheberrechts und die Schaffung der besten Bedingungen für die grenzüberschreitende Lieferung und die kollaborative Wirtschaft. Zu diesem Zweck hat die Europäische Union in den letzten Jahren Meilensteine für das Funktionieren des digitalen Binnenmarkts gesetzt. Unter anderem: die Modernisierung der Datenschutzvorschriften, die Abschaffung der Roaming-Gebühren, die Gewährleistung der grenzüberschreitenden Portabilität von Online-Inhalten und die Erschließung des elektronischen Geschäftsverkehrs durch die Beseitigung ungerechtfertigter geografischer Blockaden.

Außerdem unterliegen ab dem 15. Mai 2019 alle Auslandsgespräche und SMS von privaten Nutzern innerhalb der EU einer Höchstsatzobergrenze, um größere Preisunterschiede zwischen den in den einzelnen Mitgliedstaaten angebotenen Diensten auszugleichen. Im Durchschnitt ist nämlich der Standardpreis für einen Inlandsanruf und der Standardpreis für eine SMS-Nachricht ins EU-Ausland sogar bis zu zehn Mal höher ausgefallen als der Standardpreis für Inlandsanrufe. Vor kurzem hat eine neue Eurobarometer-Umfrage zu internationalen Anrufen gezeigt, dass vier von zehn Befragten (42%) im Vormonat jemanden in einem anderen EU-Land kontaktiert haben. 26% der Befragten gaben an, dass sie mit ihrem Festnetz-, Mobil- oder SMS-Netz jemanden in einem anderen EU-Land angerufen haben.

Verbraucher müssen ab dem 15. Mai, die von ihrem Land aus in ein anderes EU-Land telefonieren, nur noch einen Höchstbetrag von 19 Cent pro Gesprächsminute (zzgl. MwSt.) und 6 Cent pro SMS-Nachricht (zzgl. MwSt.) zahlen. Die Preisobergrenze ist auf den privaten Gebrauch, d. h. auf Privatkunden, begrenzt. Geschäftskunden sind von dieser Preisregelung ausgenommen, da mehrere Anbieter spezielle Tarife anbieten, die für Geschäftskunden besonders attraktiv sind.

Die Europäische Kommission schätzt, dass der digitale Binnenmarkt zum Zeitpunkt seines vollständigen Funktionierens zu zusätzlich 415 Milliarden Euro und hunderttausenden neuen Arbeitsplätzen beitragen kann.

 

Nicola Simonetti

 

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