Am 14. November fand in der Vertretung der Europaregion Tirol – Südtirol – Trentino in Brüssel die achte Ausgabe der EU Design Days statt. Sie sind eine Initiative des regionalen Forschungs- und Innovationsnetzwerkes ERRIN (European Regions Research and Innovation Network) und werden jährlich in Zusammenarbeit mit Partnerregionen und Forschungseinrichtungen organisiert.

Die Konferenz sollte den Teilnehmern neue Ideen vermitteln und sie mit anderen Forschern im Bereich Design und Digitales vernetzen. Nach einer Reihe von Vorträgen wurden drei parallele Workshops gehalten, bei denen die Teilnehmer verschiedene Themen und Ideen diskutieren konnten.

Südtirol war durch Dr. Seçil Uğur Yavuz vertreten. Sie forscht an der Fakultät für Design und Künste der Freien Universität Bozen zu den Themen interaktives Produktdesign, Co-Designprozesse und Smart-Clothes.

Co-designing a Smart Object Together with Children

Im Rahmen der EU Design Days referierte Frau Uğur Yavuz zu dem Thema Co-Design eines Intelligenten Objektes zusammen mit Kindern. Im Rahmen des Projekts Emotion Capsule wurden, in Zusammenarbeit mit einer Anthropologin, Workshops mit Kindern an Mittelschulen durchgeführt.

Kinder wachsen heute mit digitalen Technologien auf. Daher ist es wichtig bei ihnen ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie diese Technologien funktionieren und wie kreativ mit ihnen umgegangen werden kann. Im Rahmen des Projektes Emotion Capsule wurden den Kindern die nötigen Werkzeuge für die Entwicklung und das Design eines Intelligenten Objektes zur Verfügung gestellt. Die Kinder wurden in Gruppen aufgeteilt und man wies ihnen spezifische Rollen zu, die im Laufe des Projektes getauscht wurden. Dadurch konnte jedes Kind einmal in die Rolle eines Gruppenleiters, eines Ideensammlers und eines Mediators schlüpfen. Die Kinder hielten ihre Erfahrungen in einem Technik-Tagebuch fest.

Die Gruppen entwickelten Konzepte für Intelligente Objekte, die beim Ausdrücken der eigenen Gefühle helfen sollen. Auf Grundlage der Ergebnisse der ersten Projektphase, wurden mehrere interaktive Gegenstände hergestellt um die entwickelten Konzepte greifbar zu machen und den Entwicklungsprozess zu erleichtern. Am Ende stand die Emotion Capsule, ein Behälter, der mit einem Lichtsensor, LED-Leuchten und einem Lautsprecher ausgestattet ist. Die Kapsel enthält Geschichten und Emotionen, die von den Kindern erzählt wurden. Berührt man sie, gibt eine anonyme Stimme nach Zufall eine Geschichte wieder oder beschreibt eine Emotion.

Aus dem Projekt konnten wichtige Erkenntnisse über die Gruppendynamik eines Designprozesses gezogen werden.

Weitere Vorträge beschäftigten sich mit dem Einsatz von Virtueller Realität in Architektur und Stadtplanung, neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Design, Wissenschaft und öffentlichen Institutionen sowie mit Co-Creation.

 

Markus Weger

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