Am 25. April hat die Europäische Kommission einen Aktionsplan vorgestellt, um die Digitalisierung des Sanitätsbereiches voranzubringen.

Die Ziele dabei sind:
• einen sicheren Zugang der Bürgerinnen und Bürger zu Gesundheitsdaten und einen sicheren grenzüberschreitenden Austausch dieser Daten zu gewährleisten;
• bessere Daten für die Förderung der Forschung, die Prävention von Krankheiten und eine personalisierte Gesundheitsversorgung und Pflege zu gewährleisten;
• digitale Hilfsmittel für eine aufgeklärte Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger und eine patientenorientierte Pflege bereitzustellen.

Sicherer Zugang der Bürgerinnen und Bürger zu Gesundheitsdaten und sicherer Austausch dieser Daten

Bei einer durchgeführten öffentlichen Konsultation der Europäischen Kommission wünschte sich die Mehrheit der befragten Bürgerinnen und Bürger einen besseren Zugang zu ihren Gesundheitsdaten. Derzeit haben viele EU-Bürgerinnen und – Bürger nur einen begrenzten elektronischen Zugang zu den eigenen Gesundheitsdaten. Ziel ist, den Bürgerinnen und Bürgern innerhalb der EU einen elektronischen und vollständigen Zugang ihrer Gesundheitsdaten zu gewährleisten.
Die Datenschutz-Grundverordnung, die am 25. Mai 2018 in Kraft treten wird, soll den Bürgerinnen und Bürgern zudem eine bessere Kontrolle über die eigenen Gesundheitsdaten geben.
Für das Jahr 2018 werden sich acht Mitgliedstaaten an einem grenzüberschreitenden Austausch von Patientenkurzakten und elektronischen Verschreibungen über die digitale eHealth-Diensteinfrastruktur beteiligen. Bis 2020 ist eine Teilnahme von voraussichtlich 22 Mitgliedstaaten vorgesehen.
Die Kommission wird weiterhin Investitionsmittel mobilisieren, um den Austauschs der elektronischen Patientenakten zwischen den teilnehmenden Mitgliedstaaten zu finanzieren.

 

Bessere Daten für die Förderung der Forschung, die Prävention von Krankheiten und eine personalisierte Gesundheitsversorgung und Pflege

Die Kommission schlägt dabei vor, einen Mechanismus einzurichten, um eine freiwillige Koordinierung von Behörden zu gewährleisten mit dem Ziel, Daten und Infrastruktur für die Prävention und Forschung gemeinsam zu nutzen.

Der Austausch von Genom- und sonstigen Gesundheitsdaten zwischen den Behörden in der EU erlaubt eine bessere Prognose und Prävention von Krankheiten. Ziel ist, bis 2022 eine Million Genomdaten in der EU zugänglich zu machen. 14 Mitgliedstaaten, darunter auch Italien, haben sich bereits diesem Ziel angeschlossen.

 

Digitale Hilfsmittel für eine aufgeklärte Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger und eine patientenorientierte Pflege

Die Kommission sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, um den Mitgliedstaaten bei der Digitalisierung Unterstützung zu geben:
• Bereitstellung von Wissensressourcen wie Leitlinien, Instrumenten, innovativen und bewährten Verfahren;
• technische Unterstützung bei der Umsetzung, Partnerschaftsmaßnahmen für das Lernen voneinander,
• Entwicklung von Toolkits mit Indikatoren zur Beurteilung der von Patienten mitgeteilten Ergebnisse;
• Einsatz digitaler Technologien in der Gesundheitsversorgung und Pflege sowie Erfassung von Belegen für deren Wirkung;
• Regelungen zur Gewährleistung der Zuverlässigkeit von Gesundheitsinformationen.

Veronika Grohe

 

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