Im Juni 2017 hat die Europäische Kommission den Europäischen Verteidigungsfonds ins Leben gerufen, der im September 2016 von Kommissionspräsident Juncker angekündigt und im Dezember 2016 vom Rat abgesegnet wurde. Der Fonds mit einem Gesamtbudget von 5,5 Mrd. € koordiniert und unterstützt Kooperationsprojekte in der Verteidigungsforschung ab einer Beteiligung von mindestens drei Mitgliedstaaten.

Der Fonds lässt sich in zwei Abschnitte unterteilen: Der erste Abschnitt betrifft die Verbundforschung, ist vollständig von der EU finanziert und umfasst 90 Mio. € bis Ende 2019 sowie 500 Mio. € pro Jahr nach 2020. Der zweite Teil richtet sich an die Kofinanzierung der Entwicklung und Beschaffung von Verteidigungstechnologien bzw. -gütern und ist mit 500 Mio. € für den Zeitraum 2019-2020 und 1 Mrd. € pro Jahr nach 2020 dotiert. Der Europäische Verteidigungsfonds trägt dazu bei, die Effizienz bei den Ausgaben der Mitgliedstaaten für gemeinsame Verteidigungsmechanismen zu steigern, mehr für die Sicherheit der Bürger Europas zu tun und eine wettbewerbsfähige und innovative industrielle Basis zu fördern.

Am 15. März 2018 hat die Kommission das Arbeitsprogramm 2018 für die vorbereitenden Maßnahmen 2018-2020 angenommen. Für das Jahr 2018 wurden 40 Mio. € der Gesamtmittel von 90 Mio. € bis Ende 2019 bereitgestellt. Im Zuge dessen wurden drei Ausschreibungen zur Einreichung von Projekten mit einer Laufzeit zwischen 12 und 36 Monaten veröffentlicht.

Die erste Ausschreibung für die Auswahl von Projekten für die Entwicklung zuverlässiger system-on-a-chip oder system-inpackage für Verteidigungszwecke hat eine Gesamtsumme von 12 Mio. €. Das Ziel dieser Systeme ist es, die Datenverarbeitung in Echtzeit zu gewährleisten, welche eine immer wichtigere Komponente in vielen neuen Technologien in der Verteidigungsindustrie darstellt.

Die zweite Ausschreibung umfasst ein Gesamtvolumen von 5,4 Mio. € und finanziert ein Projekt für die Entwicklung eines hochenergetischen „laser effector“ mit einer Leistung von mehr als 100kW. Diese Lasertechnologie ist resistent gegen verschiedene Wetterbedingungen und von kompaktem Design und Größe, sodass sie auf beweglichen Plattformen auf See, an Land oder in der Luft eingesetzt werden kann.

Die dritte Ausschreibung finanziert Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen für die Ermittlung von strategischer technologischer Zukunftsforschung in Höhe von 1,9 Mio. €. Das vorrangige Ziel einer langfristigen Technologiestrategie ist es, die europäische technologische Abhängigkeit von Rohmaterialen und wesentlichen Komponenten für die Entwicklung spezieller Technologien zu minimieren. Die Strategie muss daher folgende Maßnahmen umfassen: Die Ermittlung der derzeitigen Abhängigkeiten ausgehend von den Rohmaterialien; die Ermittlung jener Technologiebereiche, bei denen eine europäische Unabhängigkeit von entscheidender Bedeutung wäre; und die Entwicklung von Lösungen, welche die Gefahr militärischer und technologischer Abhängigkeit verringern können.

 

 

 

Tags: flash news deutschresearch and innovation deTrentino