Vom Verkehrssektor bis zum Studentenaustausch, von der Landwirtschaft bis zum Handel, von der Kultur bis zur Gesundheit; viele Aspekte des Alltags laufen über Europa. Deshalb ist es strategisch wichtig, in der Schaltzentrale der Europäischen Union anwesend zu sein, weil dort viele wichtige Entscheidungen getroffen werden.

Die Autonome Provinz Trento hat seit 1995 ein Verbindungsbüro bei den europäischen Institutionen in Brüssel. Gestern Nachmittag hat dieses mit Blick auf die 2021 startende europäische Programmperiode eine Bestandsaufnahme seiner Arbeit durchgeführt. Geladene Gäste waren neben der Provinzführung Vertreter der einflussreichen Stakeholdern FBK, FEM, HIT, Trentino Sviluppo, Federazione della Cooperazione, Università, Associazione Artigiani, Consorzio dei Comuni, Camera di Commercio und ConfServizi-Cispel Trentino Alto Adige.

 

 

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Der Präsident der Provinz Ugo Rossi hat die Notwendigkeit eines verstärkten Engagements des Brüssel-Büros betont. „Wir müssen das Bewusstsein über die Wichtigkeit dieser Tätigkeit erhöhen und den Erfahrungsaustausch zwischen den beteiligten Akteuren verbessern.“ Rossi schlägt dafür ein Reportsystem vor, das dabei helfen soll, die Bedeutung der europäischen Vertretung besser zu verstehen. Diese kann als eine Art „Rückgabe“ verstanden werden, die den negativen Eindrücken, die viele Bürger von Europa haben, etwas entgegensetzt. Rossi dazu: „In den letzten Jahren gab es eine wichtige Änderung, weil wir an die europäischen Mittel als zusätzliches Geld gewöhnt waren. Jetzt sind wir verpflichtet sie als Anteil des Provinzbudgets zu betrachten. Dies sei nicht eine banale Änderung. Rossi sieht es als notwendig an, Programmplanungs- und Koordinierungsinstrumente zu stärken und Fragmentierungen zu vermeiden, um die Verwendung der EU-Mittel zu maximieren. „Wir alle müssen größere Anstrengungen unternehmen um in einer systemischen Logik zu denken und unsere Gestaltungskapazität zu verbessern“, so Rossi.
Das aktuelle EU-Budget beläuft sich auf 964 Milliarden Euro, was ca. 1% des Gesamtbruttonationaleinkommens der 28 Mitgliedstaaten und nur etwa 2% der Gesamtausgaben der Europäischen Union entspricht. Der Austritt Großbritanniens wird sich mit großer Sicherheit auf den verfügbaren Gesamtfinanzrahmen ab 2021 auswirken. In der aktuellen Programmplanung profitiert Trentino von EU-Mitteln im Rahmen des Strukturfonds im Umfang von ca. 2,7 % des Provinzbudgets. „Trentino, ein Land, das immer in Forschung und Innovation tätig war, hat im Zeitraum 2014-2017 eine beachtenswerte Performance über das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 verzeichnet“, sagte dazu Valeria Liverini, Direktorin des Brüssel-Büros. Die Finanzmittel, die an die Trentiner Stakeholder ausgeschüttet wurden, beliefen sich im September 2017 auf ca. 66 Millionen Euro. Ihre Erfolgsquote entspricht dabei etwa dem europäischen Durchschnitt. Liverini fügte hinzu: „Die nächste europäische Programmgestaltung für die Zeit nach 2020 fördert direkte Verwaltungsprogramme mit einem besonderen Fokus auf die Entwicklung von Synergien zwischen dem Strukturfonds und den thematischen Programmen der Kommission.“
Zur Unterstützung dieser Tätigkeit hat sich das Brüssel-Büro in den letzten Jahren vollkommen verändert. Es versteht sich heute als eine Art „Hub“ für die Anforderungen der “Gruppo Provincia”, als auch für die verschiedenen örtlichen Stakeholders, welchen es eine Reihe an spezifischen Services bietet.

 

 

 

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